Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache

Author
:
Mathias Holzapfel
Publish Date
:
2004-09-12
Publisher
:
Grin Verlag
ISBN
:
9783638306355
Magisterarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1.0, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Im folgenden soll nun versucht werden, einer allzu großen Marginalisierung des Buchdrucks im Hinblick auf seinen Einfluß bei der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache entgegenzuwirken. Diese Arbeit soll sich dabei an der These orientieren, daß technische Erfindungen und ökonomisches Kalkül durchaus kulturellen Fortschritt hervorbringen können und nicht notwendigerweise im Gegensatz zu diesem stehen. Dabei wird der Blick sowohl auf die Vertriebskanäle - diesem Punkt schenken viele Forschungsbeiträge eine besondere Aufmerksamkeit -, als auch auf den Prozeß der Buchherstellung und im besonderen auf die Arbeit des Setzers zu richten sein. Ab dem nächsten Kapitel ist also zunächst zu untersuchen, welchen ökonomischen Druck die Buchdrucker und Verleger schon in der Inkunabelzeit zu spüren bekamen; denn auf diesen Zeitraum soll sich die vorliegende Untersuchung beschränken. Dabei wird zuallererst versucht, die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und das damit verbundene Schicksal Gutenbergs zu rekapitulieren, wodurch zugleich ein Einblick in die Arbeitsabläufe einer Druckerei jener Zeit ermöglicht werden soll. Daran anschließend müssen zentrale Fragen zur weiteren Entwicklung dieser vor allem technischen Innovation beantwortet werden. In diesem Zusammenhang gilt es beispielsweise zu klären, was für eine Auflagenhöhe erreicht und welche Bücher die Offizinen in dem hier anvisierten Zeitabschnitt überhaupt gedruckt haben. Mit den dann vorliegenden Ergebnissen soll schließlich auf die oben bereits angedeutete Diskussion näher eingegangen und gezeigt werden, daß der Buchdruck durchaus als Förderer schriftsprachlicher Vereinheitlichungstendenzen betrachtet werden muß. Um 'durch den Buchdruck eingeleitete Veränderungen richtig einschätzen zu können, müssen wir uns [auch] über die Umstände klar werden, die herrschten, bevor er in Erscheinung trat'. An einigen Stellen wird es deshalb notwendig sein, auch Bezüge zur Zeit vor der Produktion des ersten gedruckten Buches herzustellen. Michael Gieseckes Untersuchung Der Buchdruck in der frühen Neuzeit ist nicht zuletzt auch deswegen kritisiert worden, weil sie zu wenig die Umstände vor der Erscheinung des Buchdrucks berücksichtigt: 'This representation is an unbalanced one, considering it too much in the light of what is happening five centuries later and not enough in connection with what it replaced.'
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Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache

Magisterarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1.0, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Im folgenden soll nun versucht werden, einer allzu großen Marginalisierung des Buchdrucks im Hinblick auf seinen Einfluß bei der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache entgegenzuwirken. Diese Arbeit soll sich dabei an der These orientieren, daß technische Erfindungen und ökonomisches Kalkül durchaus kulturellen Fortschritt hervorbringen können und nicht notwendigerweise im Gegensatz zu diesem stehen. Dabei wird der Blick sowohl auf die Vertriebskanäle - diesem Punkt schenken viele Forschungsbeiträge eine besondere Aufmerksamkeit -, als auch auf den Prozeß der Buchherstellung und im besonderen auf die Arbeit des Setzers zu richten sein. Ab dem nächsten Kapitel ist also zunächst zu untersuchen, welchen ökonomischen Druck die Buchdrucker und Verleger schon in der Inkunabelzeit zu spüren bekamen; denn auf diesen Zeitraum soll sich die vorliegende Untersuchung beschränken. Dabei wird zuallererst versucht, die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und das damit verbundene Schicksal Gutenbergs zu rekapitulieren, wodurch zugleich ein Einblick in die Arbeitsabläufe einer Druckerei jener Zeit ermöglicht werden soll. Daran anschließend müssen zentrale Fragen zur weiteren Entwicklung dieser vor allem technischen Innovation beantwortet werden. In diesem Zusammenhang gilt es beispielsweise zu klären, was für eine Auflagenhöhe erreicht und welche Bücher die Offizinen in dem hier anvisierten Zeitabschnitt überhaupt gedruckt haben. Mit den dann vorliegenden Ergebnissen soll schließlich auf die oben bereits angedeutete Diskussion näher eingegangen und gezeigt werden, daß der Buchdruck durchaus als Förderer schriftsprachlicher Vereinheitlichungstendenzen betrachtet werden muß. Um 'durch den Buchdruck eingeleitete Veränderungen richtig einschätzen zu können, müssen wir uns [auch] über die Umstände klar werden, die herrschten, bevor er in Erscheinung trat'. An einigen Stellen wird es deshalb notwendig sein, auch Bezüge zur Zeit vor der Produktion des ersten gedruckten Buches herzustellen. Michael Gieseckes Untersuchung Der Buchdruck in der frühen Neuzeit ist nicht zuletzt auch deswegen kritisiert worden, weil sie zu wenig die Umstände vor der Erscheinung des Buchdrucks berücksichtigt: 'This representation is an unbalanced one, considering it too much in the light of what is happening five centuries later and not enough in connection with what it replaced.'