Relationen zwischen Sadomasochismus und dem Buch 'Shades of Grey - Geheimes Verlangen'

Author
:
Michaela Daffner
Publish Date
:
2015-03-11
Publisher
:
Grin Verlag
ISBN
:
9783656917090
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Psychologie - Allgemeine Psychologie, Note: 1,1, FernUniversität Hagen (Institut für Psychologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Die unterschiedlichen Anschauungen und Einschätzungen zu Sadomasochismus (SM) in den heterogenen Bereichen Sexualwissenschaft, Sexualtherapie und von Menschen, die SM praktizieren, wurden in einer subjektiven Auswahl aus ca. 100 Jahren dargestellt. Auch auf Ergebnisse aus der Hirnforschung zu Lust und Schmerz wurde kurz eingegangen. Diesen Ausführungen wurden differierende Definitionen wichtiger Begriffe zu Sadomasochismus vorangestellt. Umfangreiche Recherchen eruierten Bestrebungen der modernen wissenschaftlichen Theorien und therapeutischen Ansätze, konsensuellen Sadomasochismus und seine Praktizierenden aus der pathologischen Spezifizierung der Vergangenheit herauszunehmen und vorurteilsfrei zu erforschen. Es konnte aufgedeckt werden, dass schon Krafft-Ebing, entgegen allen recherchierten Zitationen, eine Differenzierung in Perversitäten (Laster) und Perversionen (Krankheit) unternahm. Anschließend wurden in einer Online-Erhebung Unterschiede in den fünf Dimensionen der Persönlichkeit von Lesenden und Nicht-Lesenden des Buches 'Shades of Grey' (N = 1576) untersucht. Als Moderator wurde schon mal mit SM beschäftigt eingesetzt. Die Ergebnisse werden entweder nicht signifikant oder erreichen nach Konvention von Cohen nur kleine Werte. Die niedrigeren Werte bzgl. Neurotizismus sowohl bei den SM-Vertrauten unter den Lesenden als auch unter den Nicht-Lesenden überraschten und sollten weiter untersucht werden. Teile aus der Studie von Brockmann (1991) wurden repliziert, mittels derer allgemein nach Meinung und Affinität zu SM gefragt wurde. Die Ergebnisse lassen eine Liberalisierung vermuten, allerdings sind Stichprobeneffekte sehr wahrscheinlich. Auf Skalen von jeweils 1 bis 100 erreichten die SM-Frauen bei der Selbsteinschätzung des Emanzipations- und Selbstbewusstseinsgrades höhere Werte als die Vanilla - Frauen. Unter den SM-Unerfahrenen zeigten die Auswertungen der selbst generierten Items, dass Lesende von 'Shades of Grey' signifikant mehr über SM wissen als Nicht-Lesende. Vor allem bei den negativ formulierten Items, wie z.B. 'Sadomasochismus (SM) hat mit Gewalt zu tun', zeigten die Lesenden bei mittleren Effektgrößen mehr Wissen über SM als die Nicht-Lesenden. 'Shades of Grey' regte zwar 56% der SM-unerfahrenen Lesenden an über eigene Phantasien nachzudenken, die Lust, Spielarten des SM real auszuprobieren war aber sowohl bei den Lesenden als auch bei den Nicht-Lesenden gering.
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Relationen zwischen Sadomasochismus und dem Buch 'Shades of Grey - Geheimes Verlangen'

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Psychologie - Allgemeine Psychologie, Note: 1,1, FernUniversität Hagen (Institut für Psychologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Die unterschiedlichen Anschauungen und Einschätzungen zu Sadomasochismus (SM) in den heterogenen Bereichen Sexualwissenschaft, Sexualtherapie und von Menschen, die SM praktizieren, wurden in einer subjektiven Auswahl aus ca. 100 Jahren dargestellt. Auch auf Ergebnisse aus der Hirnforschung zu Lust und Schmerz wurde kurz eingegangen. Diesen Ausführungen wurden differierende Definitionen wichtiger Begriffe zu Sadomasochismus vorangestellt. Umfangreiche Recherchen eruierten Bestrebungen der modernen wissenschaftlichen Theorien und therapeutischen Ansätze, konsensuellen Sadomasochismus und seine Praktizierenden aus der pathologischen Spezifizierung der Vergangenheit herauszunehmen und vorurteilsfrei zu erforschen. Es konnte aufgedeckt werden, dass schon Krafft-Ebing, entgegen allen recherchierten Zitationen, eine Differenzierung in Perversitäten (Laster) und Perversionen (Krankheit) unternahm. Anschließend wurden in einer Online-Erhebung Unterschiede in den fünf Dimensionen der Persönlichkeit von Lesenden und Nicht-Lesenden des Buches 'Shades of Grey' (N = 1576) untersucht. Als Moderator wurde schon mal mit SM beschäftigt eingesetzt. Die Ergebnisse werden entweder nicht signifikant oder erreichen nach Konvention von Cohen nur kleine Werte. Die niedrigeren Werte bzgl. Neurotizismus sowohl bei den SM-Vertrauten unter den Lesenden als auch unter den Nicht-Lesenden überraschten und sollten weiter untersucht werden. Teile aus der Studie von Brockmann (1991) wurden repliziert, mittels derer allgemein nach Meinung und Affinität zu SM gefragt wurde. Die Ergebnisse lassen eine Liberalisierung vermuten, allerdings sind Stichprobeneffekte sehr wahrscheinlich. Auf Skalen von jeweils 1 bis 100 erreichten die SM-Frauen bei der Selbsteinschätzung des Emanzipations- und Selbstbewusstseinsgrades höhere Werte als die Vanilla - Frauen. Unter den SM-Unerfahrenen zeigten die Auswertungen der selbst generierten Items, dass Lesende von 'Shades of Grey' signifikant mehr über SM wissen als Nicht-Lesende. Vor allem bei den negativ formulierten Items, wie z.B. 'Sadomasochismus (SM) hat mit Gewalt zu tun', zeigten die Lesenden bei mittleren Effektgrößen mehr Wissen über SM als die Nicht-Lesenden. 'Shades of Grey' regte zwar 56% der SM-unerfahrenen Lesenden an über eigene Phantasien nachzudenken, die Lust, Spielarten des SM real auszuprobieren war aber sowohl bei den Lesenden als auch bei den Nicht-Lesenden gering.