Der Nationalpark Bayerischer Wald und seine Wälder

Author
:
Christopher Späth
Publish Date
:
2010-02-18
Publisher
:
Grin Verlag
ISBN
:
9783640541317
Examensarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung, Note: 1, Ludwig-Maximilians-Universität München (Geowissenschaften - Physische Geographie), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Nationalpark Bayerischer Wald war bei seiner Gründung 1969 der erste Nationalpark in Deutschland. Obwohl die Nationalparkidee in den USA bereits seit der Gründung des Yellowstone-Nationalparks im Jahr 1872 bekannt ist, dauerte es nahezu hundert Jahre, bis auch in Deutschland eine Landschaft diesen Status erlangte. Im Gegensatz zu den weitläufigen, dünn besiedelten und vom Manschen nahezu ungenutzten Landschaften in den USA herrschten für die Region Bayerischer Wald jedoch gänzlich andere Voraussetzungen. Der Bayerische Wald war seit dem Mittelalter besiedelt, der Wald blieb je-doch zunächst, von einigen Rodungsinseln abgesehen, von einer intensiven Nutzung verschont. Bedeutend war die Region vor allem für die über seine Bergrücken verlaufenden Salzhandelsrouten nach Böhmen und die sich seit dem Mittelalter betriebenen Glashütten, die hier beste Bedingungen, ein unerschöpflich erscheinender Reichtum an Holz und Quarz, vorfanden. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert setzte eine intensive Nutzung der Holzbestände ein und damit die planmäßige Umwandlung der urwüchsigen Bestände in Wirtschaftswälder. Der Beginn des Kalten Krieges bedeutete für die Region eine Zäsur. Die zentrale Lage verwandelte sich in eine Randlage und die kunsthandwerkliche Glasindustrie verlor zunehmend an Bedeutung, sodass sich die Region zum 'Armenhaus' Deutschlands entwickelte. Neue Einnahmequellen mussten erschlossen werden. Der Gründung des Nationalparks gingen jedoch nicht in erster Linie ökonomische Überlegungen voraus. Im Fokus stand von Beginn der Überlegungen an der Naturschutz, denn die zu großen Teilen noch intakten urwüchsigen Hochlagenwälder des Bayerischen Waldes waren in dieser Form und Ausdehnung einmalig in Deutschland und besaßen daher einen schützenswerten Charakter, der schon Mittel des 19. Jahrhunderts erkannt wurde... In folgender Arbeit soll nach einer physisch geographischen Beschreibung der Region auf die Geschichte der Nationalparkregion und die seiner Wälder eingegangen werden. Desweiteren werden Ursachen und Wirkung von dem Wald schadenden Einflüssen (atmosphärische Schadstoffe, Insekten und Stürme) erläutert und ihr Zusammenhang aufgezeigt. Abschließend wird noch auf die zahlreichen Exkursionsmöglichkeiten im Nationalparkgebiet, vor allem auf die Angebote, die sich an Schulklassen richten, eingegangen.
Read Now
Sorry, You have to Create a FREE ACCOUNT to continue Read or Download this Book Create My Account

Der Nationalpark Bayerischer Wald und seine Wälder

Examensarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung, Note: 1, Ludwig-Maximilians-Universität München (Geowissenschaften - Physische Geographie), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Nationalpark Bayerischer Wald war bei seiner Gründung 1969 der erste Nationalpark in Deutschland. Obwohl die Nationalparkidee in den USA bereits seit der Gründung des Yellowstone-Nationalparks im Jahr 1872 bekannt ist, dauerte es nahezu hundert Jahre, bis auch in Deutschland eine Landschaft diesen Status erlangte. Im Gegensatz zu den weitläufigen, dünn besiedelten und vom Manschen nahezu ungenutzten Landschaften in den USA herrschten für die Region Bayerischer Wald jedoch gänzlich andere Voraussetzungen. Der Bayerische Wald war seit dem Mittelalter besiedelt, der Wald blieb je-doch zunächst, von einigen Rodungsinseln abgesehen, von einer intensiven Nutzung verschont. Bedeutend war die Region vor allem für die über seine Bergrücken verlaufenden Salzhandelsrouten nach Böhmen und die sich seit dem Mittelalter betriebenen Glashütten, die hier beste Bedingungen, ein unerschöpflich erscheinender Reichtum an Holz und Quarz, vorfanden. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert setzte eine intensive Nutzung der Holzbestände ein und damit die planmäßige Umwandlung der urwüchsigen Bestände in Wirtschaftswälder. Der Beginn des Kalten Krieges bedeutete für die Region eine Zäsur. Die zentrale Lage verwandelte sich in eine Randlage und die kunsthandwerkliche Glasindustrie verlor zunehmend an Bedeutung, sodass sich die Region zum 'Armenhaus' Deutschlands entwickelte. Neue Einnahmequellen mussten erschlossen werden. Der Gründung des Nationalparks gingen jedoch nicht in erster Linie ökonomische Überlegungen voraus. Im Fokus stand von Beginn der Überlegungen an der Naturschutz, denn die zu großen Teilen noch intakten urwüchsigen Hochlagenwälder des Bayerischen Waldes waren in dieser Form und Ausdehnung einmalig in Deutschland und besaßen daher einen schützenswerten Charakter, der schon Mittel des 19. Jahrhunderts erkannt wurde... In folgender Arbeit soll nach einer physisch geographischen Beschreibung der Region auf die Geschichte der Nationalparkregion und die seiner Wälder eingegangen werden. Desweiteren werden Ursachen und Wirkung von dem Wald schadenden Einflüssen (atmosphärische Schadstoffe, Insekten und Stürme) erläutert und ihr Zusammenhang aufgezeigt. Abschließend wird noch auf die zahlreichen Exkursionsmöglichkeiten im Nationalparkgebiet, vor allem auf die Angebote, die sich an Schulklassen richten, eingegangen.